Veröffentlicht am

7 Fragen rund um Ihr Private Cask

Ein eigenes Whiskyfass, auch Private Cask genannt, zu kaufen ist ein großartiges Erlebnis. Einige würden sagen, es ist der “Heilige Gral” beim Whisky. Leider ist dies alles andere als ein Zuckerschlecken. Denn auf dem Weg zum eigenen Fass erwarten Sie neben der Freude an der Exklusivität und der besonderen Beziehung zum Hersteller auch einige Fallen, Schwierigkeiten und Überraschungen. Egal ob Sie Ihr Fass bei uns oder bei Ihrer Lieblingsdestillerie erwerben, Sie sollten vorab folgende Punkte beachtet und durchdacht haben.

Inhalt

1- Warum ein eigenes Fass?
2- Wo kann ich ein eigenes Whiskyfass kaufen?
3- Wie setzt sich der Preis meines eigenen Whiskyfasses zusammen?
4- Muss ich die Alkoholsteuer bezahlen?
5- Kann ich Einfluss auf den Geschmack nehmen?
6- Welche Fassgröße ist besser?
7- Kann ich mein Fass zu Hause lagern?
Trauen Sie es sich zu

1- Warum ein eigenes Fass?

Es lohnt sich kurz darüber nachzudenken. Was erhoffen Sie sich davon? Wir haben in unseren Gesprächen mit vielen WhiskyenthusiastInnen die unterschiedlichsten Gründe gehört.

Manchmal geht es einfach um schieren Besitzerstolz. Wer ein Fass besitzt, macht etwas Außergewöhnliches. Das macht wiederum stolz und das ist auch gut so! Sollte dies Ihr Bestreben oder Ihr Grund sein, dann können Sie auch schon direkt bestellen. . Achten Sie jedoch darauf, dass Sie die Destillerie auf der Flasche am Ende nennen dürfen, sonst war das ja umsonst.

Als Werbegeschenk ist ein eigener  Whisky eine absolute Garantie, echte Wertschätzung zu kommunizieren. Und sie heben Sie mit diesem äußerst außergewöhnlichen Geschenk gegenüber der Konkurrenz wirklich hervor.

Sie wollen sich in der Whiskybranche selbstständig machen und eigene Abfüllungen anbieten? Großartig! Wir lieben Sonderabfüllungen, die uns immer wieder neue Whiskys bescheren. Dann nehmen Sie doch mit uns Kontakt auf, wir können Ihnen diesbezüglich den einen oder anderen Tipp geben.

Manche erhoffen sich hiervon eine Art Geldanlage. Einige Anbieter sind darauf sogar spezialisiert. Es heißt auch, Whisky wäre eine der wenigen Anlagen, die bei Niedrigzinszeiten wirklich leistet. Hierzu haben wir eine ganz persönliche Meinung: Bitte nicht! Die Frauen und Männer, die den Whisky herstellen, abfüllen, importieren und vertreiben, machen das mit großer Hingabe, Leidenschaft und Sorgfalt. Wir GenießerInnen sollten diese Leistung so ehren, wie es sich gehört: im Glas statt im Portfolio.

2- Wo kann ich ein eigenes Whiskyfass kaufen?

Der erste Schritt wäre, in Schottland nach einer Brennerei zu suchen, die das anbietet. Doch das ist nicht trivial, denn die wenigsten namhaften Destillerien bieten etwas derartiges an.

Grundsätzlich gibt es folgende Möglichkeiten, die ein Hersteller anbietet::

  1. Ein Hersteller hat ein dauerhaftes Private Cask-Angebot (das ist unser Fall).
  2. Ein Hersteller bietet nur gelegentlich Private Casks an, oft in begrenzter Anzahl.
  3. Ein Hersteller startet und veräußert Fässer, um Geldeinnahmen zu generieren (das war ursprünglich auch unsere Idee, bevor wir beschlossen, uns voll und ganz dem maßgeschneiderten Whisky zu widmen).
  4. Ein Hersteller hat “besondere Kanäle”, über die man bei ihm ein Fass erwerben kann, wie z.B. Broker, Clubs, usw..
  5. Ein Hersteller bietet es grundsätzlich nicht an.

Zu beachten ist, dass Private Cask-Angebote oft nicht so dauerhaft sind, wie man es glauben würde. Viele Destillerien haben mit dem Whiskyboom nach und nach solche offizielle Angebot abgeschafft, da es sich für sie einfach mehr lohnt, den fertig abgefüllten Whisky zu verkaufen. Diese Erfahrung durften wir selber machen: Ein Jahr, nachdem wir von einer schottischen Destillerie Dokumentation und Angebot zu deren Private Casks-Programm erhalten hatten, hieß es, es werden keine Fässer mehr verkauft. Die einschlägigen Foren sind voller Berichte über Private Casks, die heutzutage von jenen Destillerien nicht länger angeboten werden. Ein kurzer Anruf lohnt sich jedoch allemal.

3- Wie setzt sich der Preis meines eigenen Whiskyfasses zusammen?

Es sind viele Kosten, die ins Spiel kommen, wenn man ein eigenes Whiskyfass kauft.

In den meisten Angeboten ist der Spirit inklusive. Der Preis kann jedoch je nach Art, aber auch bei vorgereiften Spirits nach Alter, variieren. Malt Spirit ist daher meist teurer. Aber auch torfige Varianten kosten aufgrund der aufwendigeren Herstellung oft mehr als ungetorfte. Die Hintergründe hier sind die Verwendung des besonderen Darren, die intensive Reinigung nach der Destillation und auch schlicht, weil solche Spirits einfach seltener produziert werden.

Ist das Holzfass selbst im Preis inklusive? Möchten Sie es nach der Reifung behalten? Erstaunlicherweise ist dies bei der Mehrzahl unserer Kunden nicht der Fall, weshalb es bei uns optional ist. Wenn das Holzfass im Preis mit einkalkuliert worden ist, fragen Sie den Hersteller, ob er das leere Fass zur Wiederbelegung zurückkaufen würde.

Meist ist die Lagerung für eine bestimmte Zeit inklusive. Unserer Erfahrung nach sind hier die Preise für Lagerung und erweiterte Lagerung oft transparent und fair. Falls Ihnen doch etwas unklar sein sollte, fragen Sie nach, wie lang Ihr Fass liegen kann und wie viel jedes weitere Jahr kosten würde.

Während der Lagerung sollte Ihr Fass versichert werden. Dies ist auch meist der Fall und wird meist explizit in den Angeboten aufgeführt (bei uns ist die Versicherung im Grundpreis inbegriffen).

Bei der Abfüllung kann es oft zu Überraschungen kommen. Je nach Hersteller wird diese angeboten oder auch nicht. Wenn nicht, kann Ihnen vielleicht eine Abfüller empfohlen werden. Die Schwierigkeit dabei: Einen Abfüller zu finden, der einzelne Fässer annimmt. Viele sind auf deutliche größere Chargen ausgelegt und werden Ihnen nicht helfen.

Private Cask-Angebote werden oft mit einem Standardetikett angeboten, wenn überhaupt. Möchten Sie ein ganz eigenes Etikett entwerfen (lassen), wird der Abfüller nichts dagegen haben, der Hersteller möglicherweise schon. Einige haben durchaus gewisse Vorstellungen, wie  zu Ihrer Marke präsentiert werden soll und diverse Herkunftsangaben zu nennen sind. Eine besondere Schwierigkeit stellen zudem die gesetzlichen Anforderungen bzgl. Kennzeichnung von Spirituosen: Welche Angaben wo und in welcher Größe angezeigt werden müssen, ist streng reglementiert—Stichwort Verbraucherschutz. Das bekommen die meisten Laien und Designer nicht ohne rechtliche Beratung hin. Am Ende haben Sie dann nicht nur Design- und Produktionskosten, sondern ggf. auch ein Anwaltshonorar zu zahlen. 

Um Ihnen diesen Schritt zu vereinfachen, können Sie sich bei Das Cask entweder für ein personalisierbares Standardetikett entscheiden, oder wir lassen für Sie (gegen Aufpreis) von unserer Designagentur ein Etikettendesign nach Ihren Wünschen entwerfen, das sämtliche gesetzlichen Auflagen berücksichtigt.

Bei der Alkoholsteuer wird es richtig knifflig, dazu mehr weiter unten.

Ganz am Ende muss schließlich noch die Ware bis zu Ihrer Haustür. Bei einem ganzen Fass kommt jedoch mit den vielen Flaschen einiges an Gewicht und Volumen zusammen, sodass die DHL-Option unter Umständen ausscheidet. Einige Spediteure sind auf den Transport von Spirituosen spezialisiert, doch das erfordert auch einiges an Recherche und Kosten. Fragen Sie beim Hersteller nach, was er Ihnen hierfür empfehlen kann, falls er dies nicht selbst organisiert.

4- Muss ich die Alkoholsteuer bezahlen?

In der Regel wird die genaue Menge an Alkohol, die Ihnen geliefert wird, am Ende der Reifung, also bei der Abfüllung, kalkuliert. Sie sparen sich so den Angel’s Share. 

Doch die Alkoholsteuer hat auch mit dem Thema Import/Export zu tun, und dann wird’s technisch. Wollen Sie einen schottischen Whisky nach Deutschland importieren lassen, müssen Sie entweder einen Spediteur finden, der den Alkohol unter Steuerabsetzung befördert und für Sie die Alkoholsteuer in Deutschland deklariert und abführt (gegen Aufpreis, natürlich), oder Sie müssen es selber machen. 

Im schlimmsten Fall heißt das, zunächst die UK Spirit Duty von £28.74 pro Liter reinem Alkohol in Großbritannien zu bezahlen, dann die Alkoholsteuer in Deutschland (13,03 € pro l.A.), bevor Sie sich schließlich die UK Duty gegen Beleg der Ausfuhr zurückerstatten lassen. Glauben Sie es uns: Diese Prozedur macht wenig Spaß. Zumal diese immer für den Import gilt, auch innerhalb der EU: Für Alkohol gilt der freie Warenverkehr nicht so, wie Sie es von anderen Waren kennen.

Hier fahren Sie deutlich entspannter, wenn Sie das alles machen lassen. Bei einem deutschen Whiskyhersteller haben Sie es ohnehin einfacher.

Wo auch immer Sie den Whisky beziehen: Wenn Ihnen die Alkoholsteuer am Ende in Rechnung gestellt wird, kann das zu einer hohen Summe werden, vor allem bei großen Fässern. Sparen Sie sich die böse Überraschung, und lassen Sie sich eine Schätzung vom Hersteller geben.

Oder Sie kommen zu uns: Da ist die Alkoholsteuer bereits im Preis inklusive.

5- Kann ich Einfluss auf den Geschmack nehmen?

Das ist einer der Punkte, die uns am meisten gestört haben, denn bei vielen Herstellern wird Ihnen vergleichsweise wenig Spielraum angeboten. Im schlimmsten Fall wird Ihr Whisky wie die Standards des Herstellers schmecken. Falls Sie genau das wollten, ist alles gut. Weil wir aber unsere Kunden gut kennen, wissen wir, dass das selten der Fall ist. Wer sich etwas Außergewöhnliches und Rares aussucht, hat meist auch den Anspruch, Einfluss auf das Ergebnis zu nehmen.

Unser Konzept ist es, durch Blending von Rohdestillaten Ihnen einen Malt Spirit anzubieten, der genauso rauchig und torfig ist, wie es Ihnen schmeckt. Diese Idee klingt erstaunlich einfach, doch in der Umsetzung merkt man schnell, dass hierfür besondere Abläufe entwickelt werden müssen. Das tun die meisten Hersteller nicht, weil sich die zusätzliche Komplexität nicht lohnt: Sie konzentrieren sich auf  Ihr Hauptgeschäft, nämlich der abgefüllte Whisky und sind deswegen nicht bereit, diesen Schritt zu gehen.

Bei der Auswahl der Fässer stehen Ihnen dagegen oft viele Möglichkeiten zur Verfügung. Seien Sie hier kreativ! Auch wir können Ihnen außerhalb unseres Standardsortiment weitere Fassarten anbieten.

6- Welche Fassgröße ist besser?

Eine wichtige Frage, zu der wir bereits auf diesem Blog geschrieben haben.

Die meisten Destillerien werden Ihnen dieselben Fassgrößen anbieten, die sie selbst verwenden. Hier müssen Sie entscheiden, ob Sie hunderte von Litern Whisky brauchen.

Einige bieten Ihnen an, kleinere Fässer zu verwenden, da die Menge (und der Preis) überschaubarer werden. Achten Sie allerdings hierbei auf den Charakter des Spirits, der in Ihr Fass kommt. Für gewöhnlich schmeckt der sog. New Make Spirit rau und metallisch. Ein solcher Spirit, der 12 bis 15 Jahren im großen Fass zum unglaublich runden Whisky heranreifen würde, wird im kleinen Fass eventuell  nicht genug Zeit haben, seine “Ecken und Kanten” zu verlieren. Fragen Sie, wenn es geht, ob Sie den Spirit vorher kosten können (siehe Das Probeset). Ein Spirit der Premiumklasse sollte bereits im ungereiften Zustand wenige schlechte Aromen aufweisen. Schmeckt der Spirit hingegen definitiv unangenehm, wäre die Reifung im kleinen Fass nicht zu empfehlen.

7- Kann ich mein Fass zu Hause lagern?

Eine große Supermarktkette überraschte neulich mit einem Angebot, ein eigenes Fass zu kaufen. Zum unschlagbaren Preis wird Ihnen ein 30-Liter-Fass zusammen mit der entsprechenden Menge Spirit der Hausmarke nach Hause geschickt. Der Clou: Das Fass ist mit einem Zapfhahn ausgestattet, sodass Sie immer wieder probieren können.

Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, dies anzubieten. Zum einen sollte man dem Fass während der Reifung nicht zu viel Spirit/Whisky entnehmen, denn je mehr Luft sich im Fass befindet, desto unvorhersehbarer verläuft die Reifung, da die Oxidation eine immer größere Rolle spielt. Zum anderen werden Sie vielleicht nach einem Jahr des ständigen Probierens irgendwann genug davon haben und das Fass im Keller verstauen. Vergessen Sie dieses dann dort unten, ist die Gefahr groß, dass der Whisky irgendwann zu holzig wird. Zudem werden Sie ein Leck im Fass wohl zu spät oder gar nicht bemerken.

Es spricht also einiges dagegen. Doch am Ende sollte Ihnen das Erlebnis Private Cask Spaß machen. Wenn Ihnen das Angebot zusagt, warum nicht? Auch hier gilt: Sie bekommen das, wofür Sie bezahlen.

Trauen Sie es sich zu

Wir möchten Ihnen mit diesem Artikel auf gar keinen Fall die Lust nehmen, ein eigenes Fass zu erwerben, ganz im Gegenteil. Es ist eine unglaublich bereichernde Erfahrung. Wir wollen lediglich erreichen, dass Sie sich bestens informiert auf diese Reise begeben. So vermeiden Sie böse Überraschungen.

Wir haben uns große Mühe gegeben, unser Konzept so zu gestalten, dass Sie das Erlebnis sorgenfrei genießen können, während wir uns mit den Details auseinanderzusetzen.

Egal ob Sie dieses Abenteuer mit uns oder woanders angehen: Wir wünschen Ihnen dabei vor allem sehr viel Spaß.

DAS PROBESET

DER ERSTE SCHRITT ZUM EIGENEN WHISKY

Mit unserem Probeset nehmen Sie die Kreation Ihres persönlichen Whiskys im 30-Liter-Fass selbst in die Hand. Sorgfältig ausgewählte Spirit- und Holzproben zeigen Ihnen wie Sie einen einzigartigen Single Malt erschaffen können, der wirklich zu Ihnen passt.

Photo by Svetlana Gumerova on Unsplash